Evangelische Grundschule
Bei uns steht das Kind im Mittelpunkt!
Lernen in gemischten Gruppen – unser Pädagogisches Konzept näher erläutert


Nächstenliebe
Ein zentrales Element der Organisation in den Stammgruppen ist die Arbeit mit Wochenplänen. Diese Pläne bieten den Kindern eine klare Struktur und ermöglichen es ihnen, eigenständiger zu arbeiten und ihre Lernziele in ihrem eigenen Tempo zu erreichen. Während die Kinder an ihren Aufgaben arbeiten, haben sie – neben dem Austausch mit den Lehrern und Unterrichtsbegleitern – die Möglichkeit, auf die Unterstützung von Mitschülern aus anderen Jahrgangsstufen zurückzugreifen. So entstehen kooperative Lernprozesse und ein hilfSbereites Miteinander, bei denen jüngere Kinder von älteren lernen und ältere Kinder ihre Kenntnisse weiter vertiefen, indem sie diese an die Jüngeren weitergeben. Auf diese Weise entsteht ein lebendiger Austausch, der die sozialen Kompetenzen der Schüler stärkt und gegenseitige Rücksichtnahme, sowie das Aushalten unterschiedlicher Ansichten und Wege schult.
Vertrauen
Ein besonders positiver Aspekt ist die Förderung der Selbstständigkeit. Da die Kinder ihre Aufgaben weitgehend eigenständig bearbeiten, sind sie immer wieder angehalten, Verantwortung für ihr Lernen zu übernehmen. Sie lernen, ihre Zeit gut zu organisieren und ihre Aufgaben selbst zu strukturieren. Diese Entwicklung stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Ein weiterer Gewinn ist die Förderung der Eigenverantwortung. Die Schüler sind in hohem Maße selbst dafür verantwortlich, dass sie ihre Wochenpläne fristgerecht und richtig bearbeiten und darüber Reflektieren, ob sie Lerninhalte wirklich verstanden und durchdrungen haben. Dabei müssen sie oft Entscheidungen darüber treffen, wie sie ihre Aufgaben priorisieren und welche Hilfsmittel sie nutzen. Dies stärkt ihr Selbstbewusstsein und ihre Entscheidungsfähigkeit.
Geduld
Darüber hinaus müssen die Kinder lernen, Geduld zu haben und zu warten, bis sie selbst an der Reihe sind. Besonders für jüngere Schüler kann dies eine neue Erfahrung sein, da sie oft gewohnt sind, die Aufmerksamkeit ihres Umfeldes direkt zu erhalten. Auch die Orientierung in den Plänen ist für einige Kinder zunächst herausfordernd. Hier Bedarf es Geduld von allen Seiten, eine liebevolle sowie maßvolle Begleitung und das Zutrauen, dass die Kinder dies bewältigen werden. Auch für die Lehrkräfte ist die Konzeptumstellung mit viel zusätzlicher Korrektur-, Organisations-, Vor- und Nachbereitungszeit Verbunden. Sie sind nicht mehr nur der Wissensvermittler, der vor der Klasse lehrt, sondern Teil der stattfindenden Lernprozesse. Die Lehrer begleiten die Kinder ganz individuell und haben dabei alle Lerninhalte der vier Jahre parat und den Lernstand jedes Kindes im Blick.
Mut
Auf diesem neuen Weg des Lernens, regelmäßiger genauer Beobachtung und individueller Förderung ist dieses Konzept wertvoll, um den unterschiedlichen Bedürfnissen und Potenzialen der Kinder gerecht zu werden und sie ein Stück weit auf dem Weg zu begleiten, der sie zu Menschen macht, die achtsam miteinander Umgehen, gemeinsam Lösungen suchen und finden, ihre Stärken und Schwächen kennen, wissen, wie man sich Wissen aneignet und es sinnvoll anwendet.
Dankbarkeit
Trotz des größeren Aufwandes und der erhöhten Anforderungen an Kinder und Mitarbeiter, sind wir sehr froh diesen Weg beschritten zu haben, Denn wir alle dürfen jeden Tag teilhaben an Freudenmomenten, wenn ein Kind plötzlich etwas wirklich verstanden oder geschafft hat; an persönlichen Siegen und dem damit verbundenen Stolz, wenn sich jemand durch etwas für ihn Schwieriges durchgebissen hat und an wohliger Zufriedenheit, wenn jemand einem Anderen helfen konnte oder Hilfe erhalten hat.


– Claudia Manig, Schulleiterin